Ghana liegt im Westen Afrikas und grenzt an Togo, Burkina Faso und die Elfenbeinküste. Die Hauptstadt Accra befindet sich an der Atlantikküste. Dort lebt ein Zehntel der rund 34 Millionen Personen zählenden Bevölkerung. Ghana ist rund sechsmal so gross wie die Schweiz. Das Land war viele Jahre britische Kolonie und ist seit 1957 unabhängig. Ghana ist ein Vielvölkerstaat und rund 70% der Bevölkerung gehören christlichen Kirchen an.
Das tropische Land ist eher flach und weist wenige Erhebungen auf, die über 800 Meter erreichen. Dennoch gibt es die unterschiedlichsten Landschaften von Küstengebieten über Mangrovenwälder bis zu Bambusgebieten und Grassavannen. In der Landwirtschaft werden vornehmlich Kaffee, Tee, Kakao, Zuckerrohr und Kautschuk angebaut. Diese Erzeugnisse zählen neben den Mineralien auch zu den Hauptexportgütern des Landes.
Obwohl Ghanas wirtschaftliche Entwicklung in den vergangenen Jahrzehnten markante Verbesserungen verzeichnen konnte, leben viele Menschen insbesondere in ländlichen Gebieten nach wie vor an oder sogar unter der Armutsgrenze. Mit diesen prekären Lebenssituationen verbunden sind oft auch Erkrankungen aufgrund von Mangelernährung und verschmutzten Trinkwasserquellen. In der Regenzeit holen oft die Mädchen und Frauen Wasser aus den Bächen in der Umgebung, doch in der Trockenzeit sind die Wasserstellen trocken und es fehlt an Wasser. Nach wie vor hat ein grosser Teil der Bevölkerung keinen oder nur einen eingeschränkten Zugang zu Trinkwasser und sanitären Anlagen. Dies hat oftmals gravierende Auswirkungen auf die Hygiene- und Gesundheitssituation – vor allem bei Kindern.

Die zwei VIVES Brunnen befinden sich in der Nähe des Dorfes Watoro in der Region Atebubu. Dort bauten wir zwei Brunnen für gegen 1000 Menschen. In dieser Gegend leben hauptsächlich Familien, die als Bauern, Kleinhändler oder Arbeiter in den nahe gelegenen Mango-Plantagen tätig sind. Die Region ist bekannt für den Mango-Anbau und daher ein wichtiges Beschaffungsgebiet für diese weltweit beliebte Frucht. Die Menschen leben in ärmlichen Verhältnissen, und sauberes Wasser ist oft Mangelware. Ghana als tropisches Land kennt zwar keine Jahreszeiten, aber der Wechsel von der Trocken- zur Regenzeit zweimal jährlich sorgt jeweils für grosse Probleme. Denn der sehr ausgetrocknete Boden kann anfangs nur wenig Wasser aufnehmen. Die monsunartigen Regenfälle können dann nicht versickern und führen immer wieder zu lebensbedrohlichen Überschwemmungen. Daher ist der Zugang zu sauberem Wasser sowohl in der Trocken- wie in der Regenzeit eine schwierige Angelegenheit. In der Umgebung von Watoro hat es kaum Wasserquellen. Durch einen ausgehobenen Teich werden den Menschen der umliegenden Gemeinden mit Wasser für den täglichen Bedarf versorgt. Die Wasserqualität ist ungenügend. Insgesamt sind es rund 1’000 Menschen, die auf diese Wasserquelle angewiesen sind
Die verschmutzte Wasserstelle teilen sich die Menschen zudem mit den Tieren. Daher stellt diese offene Quelle auch ein Risiko für die Gesundheit dar und führt zur Verbreitung von verschiedensten schweren Erkrankungen. Der Einsatz von Alaun und Chlor zur Aufbereitung des Wassers für den Hausgebrauch geschieht oft in unangemessenen Mengen, was ebenfalls zu Gesundheitsproblemen führen kann. In der Regel gehört das Wasserholen zur Aufgabe der Kinder. Dadurch verpassen sie teilweise den Schulunterricht, treffen dort oftmals bereits erschöpft ein, und es bleibt ihnen zu wenig Zeit zum Lernen.
